Dieser Text fasst die Praxis zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung. Massgeblich sind L-GAV (Landes-Gesamtarbeitsvertrag Gastgewerbe), ArG (Arbeitsgesetz), die zugehörigen Verordnungen und der individuelle Arbeitsvertrag. Im Zweifel: Treuhänder oder GastroSuisse fragen.
Pflichtpausen je nach Schichtlänge
Pausen gelten als unbezahlte Zeit — auch kurze Erholungspausen. Bei mehr als 4 Stunden Arbeit ohne Pause ist eine Unterbrechung Pflicht (L-GAV Art. 17).
11 Stunden Ruhezeit zwischen zwei Schichten
Wer um 23:00 Feierabend macht, darf frühestens um 10:00 wieder anfangen. Diese 11h sind ein Schutz vor Übermüdung und Pflicht — sie können nur in Ausnahmefällen (max. 1×/Woche) auf 8h verkürzt werden, dann mit Ausgleich.
Maximal 50 Stunden pro Woche
Die maximale wöchentliche Arbeitszeit beträgt 50h. Wer 42h-Pensum hat, kann also bis zu 8h Überstunden pro Woche leisten — ohne dass etwas extra bezahlt werden muss, solange unter der Kappe.
Maximal 6 Arbeitstage in Folge
Nach spätestens 6 aufeinanderfolgenden Arbeitstagen muss ein voller Ruhetag (24h) folgen. Gilt auch über die Wochengrenze hinaus.
2 Ruhetage pro Woche (im Schnitt)
Monatslöhner haben Anspruch auf 2 Ruhetage pro Woche. Davon mindestens einer als ganzer 24h-Ruhetag. Der zweite kann auch in 2× Halbtage gesplittet werden.
In Wochen mit viel Betrieb können Ruhetage verschoben werden — Ausgleich muss aber innerhalb von 4 Wochen erfolgen.
Überstunden: 100% oder 125%?
Geleistete Überstunden werden mit der Normalrate (100%) kompensiert — entweder als Freizeit oder als Lohn — wenn du folgende Voraussetzungen erfüllst:
- Du kommunizierst monatlich den Stand der Stunden an die Mitarbeitenden.
- Du lässt die Arbeitszeit monatlich visieren (Gegenzeichnung).
- Beides ist dokumentiert.
Fehlt eine Voraussetzung, gilt die 125%-Rate — also 25% Zuschlag auf alle Überstunden. Bei vielen Mitarbeitenden ein erheblicher Betrag.
200-Stunden-Cap für Überstunden
Ein Mitarbeitender kann maximal 200 Überstunden anhäufen. Erreicht der Saldo diese Grenze, sind die übersteigenden Stunden auszubezahlen — sie können nicht weiter angesammelt werden.
14 Tage Vorlaufzeit für die Wochenplanung
Der Schichtplan soll spätestens 14 Tage vor Beginn der Woche publiziert sein. Kurzfristige Änderungen sind in Ausnahmen okay, dürfen aber nicht zur Regel werden.
Hart vs. weich — was Gastrora wann macht
Gastrora unterscheidet zwischen zwei Stufen:
11h-Ruhezeit, >50h Woche, >6 Tage in Folge, Pflicht-Pausen, Urlaubs-Konflikt. Du kannst nicht publizieren, bis behoben.
14-Tage-Vorlauf, 2 Ruhetage/Woche, 180h-Cap-Annäherung. Du kannst trotzdem publizieren, die Warnung wird aber gespeichert.